Rudolf Steiner im Klartext
Wie sieht es mit dem
Zugang zum Vortragswerk Rudolf Steiners heute aus?
Ein Großteil der Quellendokumente (Vortragsnachschriften) zum
gemeinfreien Werk Rudolf Steiners befindet sich in einigen wenigen
großen Archiven in Dornach, Schweiz, und ist der
Öffentlichkeit nur eingeschränkt
zugänglich. Man kann zwar "auf Antrag" und mit
„Angabe von Gründen" die Archive aufsuchen und
Einblick nehmen, aber das Kopieren von Dokumenten wird nicht bzw. nur
beschränkt gestattet. Auch im Hinblick auf den
Aufwand an Zeit und Kosten behindern diese Einschränkungen
oder schließen eine Forschung und Bearbeitung des Werkes nach
wissenschaflichen Kriterien aus.
Rudolf Steiner ist davon ausgegangen, daß 30 Jahre nach
seinem
Tod sein Werk Allgemeingut gut wird und jeder es drucken kann - und
selbst diese Frist, die inzwischen von den Gesetzgebern auf 50 bzw. 70
Jahre verlängert wurde, erschien ihm noch als zu lang. Marie
Steiner, die er mit der Verwaltung seines Nachlasses beauftragt hat und
die diese Aufgabe an die von ihr begründete Rudolf Steiner
Nachlassverwaltung übertragen hat, hatte der
Nachlassverwaltung
die Aufgabe gestellt, alles verfügbare Material bis 1955
(Ablauf
der damals geltenden Schutzfrist) zu
veröffentlichen. Doch
wie sieht es heute, 85 Jahre nach dem Tode Rudolf Steiners, damit aus?
Mehr als 1000 Vorträge, zu denen Nachschriften oder wenigstens
Hörernotizen existieren, sind bis heute nicht in der
"Gesamtausgabe" erschienen! Ein Teil davon ist schon einmal in heute
nur schwer zugänglichen Zeitschriften oder Einzelausgaben
publiziert worden, ein weiterer Teil bis heute
unveröffentlicht.
Ein "geheimes Archiv"
kommt ans Licht der Öffentlichkeit
Seit einigen Jahren existiert eine sehr reichhaltige Sammlung von
kopierten (meist fotografierten) Quelldokumenten in digitaler Form, die
aber nur "unter der Hand" weitergegeben wird. Man muß also
jemanden kennen, der jemanden kennt ... um Zugriff auf diese Sammlung
zu
erhalten. Nimmt man Einblick in diese Dokumente, so erkennt man schnell
den Grund für diese "Geheimhaltung": ein großer Teil
der
Vorlagen stammt aus einem Archiv, in dem Kopieren offiziell "verboten"
ist. Also müssen diese Dokumente heimlich - oder wenigstens
ohne offizielle Genehmigung - kopiert worden sein. Aber kann man es
deshalb verantworten, daß diese Dokumente weiterhin nur in
kleinen Kreisen zirkulieren? Gehört nicht das Werk Rudof
Steiners heute uneingeschränkt der ganzen Menschheit?
Schon bei der Initiativversammlung zur Gründung des Vereins Uranos -
Gemeinschaft zur Förderung geisteswissenschaftlicher Archive
und Publikationen e.
V.
wurde beschlossen, nach Abklärung der rechtlichen Situation
dieses Material uneingeschränkt der
Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Diesen
Entschluß
hatte aber gleichzeitig ohne unser Wissen Martin Ecker
gefaßt und mit einer Veröffentlichung dieseser
Sammlung
unter der Internetadresse steiner-klartext.net begonnen. Mitglieder des
Uranos-Vereins nahmen mit Martin Ecker Kontakt auf und es wurde sehr
schnell Einigkeit darüber erzielt, diese
Veröffentlichungstätigkeit in Zukunft gemeinsam und
unter der
Herausgeberschaft des Uranos-Vereins durchzuführen.
Das Ergebnis dieser gemeinsamen Arbeit ist das Internetportal, das
weiterhin unter dem Namen steiner-klartext.net erscheint, aber nun vom
Uranos-Verein herausgegeben wird. Die Anzahl verfügbarer
Dokumente
konnte damit kurzfristig auf das 15-fache erhöht werden und
umfaßt damit alle Dokumente der Sammlung, die eindeutig
zugeordnet werden konnten. Außerdem wurden alle Dokumente
wechselseitig mit der Steinerdatenbank
verknüpft.
Trotzdem bleibt
noch viel zu tun. Die Dokumente müssen, soweit
möglich, noch mit näheren Angaben (über Art
und
Herkunft) versehen und zum Teil auch noch nachbearbeitet werden. Auch
können bei der Zuordnung noch Fehler vorgekommen sein. Und vor
allem soll damit begonnen werden, die Vorträge ins Textformat
zu
übertragen, um sie besser lesbar und inhaltlich durchsuchbar
zu
machen. Damit wird dann auch eine wissenschaftliche Quellenforschung
sowie ein Vergleich mit den publizierten (und bearbeiteten) Versionen
enorm erleichtert. Das ist aber nur zu schaffen, wenn wir
möglichst viele Helfer finden, die uns dabei
unterstützen.
Wenn Sie daran mitwirken möchten, nehmen Sie Kontakt per Email
auf
unter klartext(at)uranosev.de.
Danksagung
Den Herausgebern und Projektbetreuern von steiner-klartext.net ist sehr
bewußt, daß in die Herstellung und Aufbereitung der
Dokumentsammlung, wie sie ihnen vorliegt, bereits eine gewaltige Menge
Arbeit geflossen sein muß. Sie möchten deshalb allen
unbekannten oder ungenannt bleiben wollenden Vorarbeitern
ausdrücklich ihren Dank und ihre Anerkennung aussprechen.